31.10.11 In Jerusalem - Klagemauer und Abendmahlsaal

Nach der ersten Nacht im Gästehaus der Schwestern von Negrizia auf dem Ölberg, erfolgte pünktlich um 9.00 Uhr die Abfahrt in die Altstadt von Jerusalem.

Nach kurzer Busfahrt erreichten wir die westliche Mauer unterhalb dem Felsendom und der Al-Aqsa-Moschee.Ab diesem Zeitpunkt hatten wieder alle die praktischen Ohrstöpsel samt Funkempfänger auf, die uns schon in Rom gute Dienste leisteten. So kann jeder unseren Tour-Guide Pfarrer Becker gut verstehen ohne das dieser nach dem ersten Tag heiser ist. Diese Geräte führen auch immer wieder zu lustigen Situationen wenn gerade geprüft wird ob schon alle eingeschaltet haben. Nach Rucksack- und Taschenkontrolle, wie am Flughafen, ging es direkt zur Klagemauer, dem heiligsten und bedeutendstem Ort für die Juden. Frauen und Männer konnten nur getrennt an die Klagemauer herantreten, wobei sich die Herren der Schöpfung nur mit Kopfbedeckung vor die Klagemauer begeben durften. Wer keine dabei hatte, konnte kostenlos eine Kippa aufsetzen die am Eingang bereit lag. Auch Mutter von jüdischen Jugendlichen, die ihre Bar Mizwa Feier(ähnlich unserer Firmung) an der Mauer feierten, konnten nur über eine Absperrung mitsingen und Feiern.

Pfarrer Becker erklärte und nach dem Besuch der Klagemauer die Rituale und Kleiderordnung des jüdischen Lebens für Männer und Frauen. Zum Beispiel der Gebietsriemen der von den männern beim beten um den Kompletten linken arm getragen wird und ähnlich dem Rosenkranz benutzt wird, oder die strengen Regeln koschere Küche. Während unseres Besuches an der Klagemauer wurde vor unseren Augen auch eine Abordnung der weiblichen israelischen Armee vereidigt. die Frauen müssen hier ab dem 18 Lebensjahr 24 Monate Wehrdienst leisten, Männer 3 Jahre.

Der anschließend geplante Besuch des Tempelbergs musste erstmal verschoben werden weil der Aufgang über die Rampe gesperrt war.

Anschließend ging es nach einem kurzen aber knackigem Bergaufmarsch an der Stadtmauer entlang zur Kirche "St. Peter in Gallicantu". Hier krähte damals der Hahn als Jesus von judas zum 3 mal verleugnet wurde. Von einer Aussichtsplattform neben der Kirche hatten wir einen tollen Rundblick über die komplette Westmauer, den Ölberg mit dem Friedhof und am Horizont Bethlehem. Auch die grenzmauer zu Palästina und eine der stark umstrittenen Siedlungen waren gut zu sehen.

Um 12 Uhr erreichten wir nach einem kurzen Marsch, vorbei am Ziontor, den Raum in dem Jesus mit seinen Jüngern am Abend vor seinem Tod das Pesachfest feierte. Besser bekannt als das letzte Abendmahl. Hier wurde das Fest zum ersten mal zelebriert, die heute im Gottesdienst als Wandlung gefeiert wird und den Höhepunkt der Liturgie bildet. Dieser schlichte Raum gilt als einer der wenigen Stellen die Jesus ohne Zweifel besucht hat. Zum Abschluss des Vormittags stiegen wir auf das Dach des Abendmahlsaales. Dort bekamen wir noch geschichtliche Informationen zu den wechselnden Machtverhältnissen in Jerusalem und die Folgen für die unterschiedlichen Glaubensrichtungen und ihre Gebetshäuser.

Am Jaffator trennten wir uns dann um Mittag zu essen. Die Hälfte vom Musikverein ging mit Pfarrer Becker essen. Die andere Hälfte erkundete auf eigene Faust die örtlichen Spezialitäten auf dem Suk(Bazar). Außerdem bekamen wir von Pfarrer Becker die Aufgabe für die am Dienstag anstehende Wüstenwanderung Proviant zu besorgen. Also wurde bei den Obst- und Gemüsehändlern ausgiebig um die frischen Waren gefeilscht.

Um 16 Uhr trafen sich alle wieder am Jaffator um zurück zur Unterkunft auf dem Ölberg zu fahren.

Auf dem Rückweg besuchten wir noch die "Vater unser Kirche". Hier ist auf Tafeln, aus Keramikfliesen, das "Vater unser" in nahezu allen Sprachen ausgestellt. Auch exotische wie Esperanto, Elsässisch oder Helgoländisch sind vertreten. Manche Sprachen wurden sogar auf silbernen Metalltafeln auch in Blindenschrift verewigt. Unter dem unter freiem Himmel liegenden Altar, befindet sich auch die Krypta in der Jesus seinen Jüngern das "Vater unser" in seiner Muttersprache aramäisch beibrachte, damit sie es in allen Sprachen in die Welt hinaus tragen. Vor der Rückfahrt beten wir alle zusammen noch das "Vater unser" und Pfarrer Becker erteilte uns den Segen.

Um halb acht gab es Abendessen im Gästehaus, wir wurden wieder mit einem reichhaltigen Mahl verköstigt. Im Anschluss gab uns Pfarrer Becker noch letzte Tipps für die anstehende Wüstenwanderung zum Toten Meer.

Nach kurzer Verdauungspause ging es zum gemütlichen Teil über. Da Karin ihren Geburtstag feierte wurden die Instrumente wieder hervorgeholt. Das Publikum lies sich nicht lange bitten und augenblicklich ging eine Polonaise mitsamt der Ordensschwestern durchs Foyer.

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