30.10.11 Aufbruch nach Jerusalem

Eine kurze Nacht liegt hinter uns. Der unglaubliche Erfolg der letzten Nacht überraschte uns alle. Auch wenn wir während des Konzerts noch nicht ganz sicher waren ob unser Programm den Geschmack der Gäste traf, begeisterten uns die Standing Ovations am Ende des Konzertes.

Im Anschluss feierten wir unseren Erfolg bei ein zwei Gläsern Wein auch noch im Hotel weiter.

Trotz allem hieß es spätestens um 9.00 Uhr beim Bus zu sein, damit wir baldmöglichst die Grenze zwischen Palästina und Israel überqueren konnten.

Unser Weg führte uns direkt auf den Ölberg. Die Bedeutung des Ölbergs war vermutlich bei der Ankunft noch lange nicht so bekannt wie man vermutet. Wir setzen uns an der Stelle nieder, an der vermutlich Jesus von Nazareth einen seiner ersten Blicke auf Jerusalem warf. Jesus wollte seiner Zeit als König der Juden in Jerusalem einziehen. Sein Weg führte ihn auf den Ölberg.

Die Aussicht zeigte direkt auf den Tempelberg, die alten Stadtmauern von Jersualem und die Altstadt.

Mit diesem Ausblick die damalige Geschichte des Einzugs und den Konflikt der früheren Zeit erklärt zu bekommen, war für uns alle sicherlich sehr eindrucksvoll.

Unser Weg führte uns nun auf den Spuren Jesus weiter zur Kirche "Dominus Flevit". Übersetzt heißt dies Träne Gottes. Dies wollte der Architekt in seiner Gestaltung auch verdeutlichen. Bezugnehmend ist dies auf einer Aussage von Jesus Christus. Weiter führte uns der Weg, der zugleich auch den Einzug Jesus Christus nachvollzieht, zum Garten Gethesemane. Der Ort, der uns verdeutlicht was unter Freunden passieren kann und der gleichzeitig für den Verrat und das Ende von Jesus steht.

Durch das Stephanstor passierten wir die Altstadt von Jerusalem. Das Eintauchen in eine für uns fremde Welt. Neben der Konzentration auf die Stationen des Kreuzwegs, vorbei am Palast des Stadthalters Pontius Pilatus oder Familie Hur (bekannt aus dem Epos Ben Hur), wurde unsere Aufmerksamkeit von der fremdartigen Stimmung der Stadt in Anspruch genommen. Die vielen kleinen Länder und vor allem der Suk war im ersten Moment eine sicherlich sehr reizüberflutende Situation für uns alle.

Ein kleine Ruhe- und Bestimmungspause brachte uns dann das Mittagessen in einem griechisch-orthodoxen Restaurant. Von außen sicherlich nicht als solches identifizierbar überrascht es mit einer sehr tollen Atmosphäre und sehr gutem landestypischen Mittagessen.

Nach dieser Erholungspause standen die mitunter wichtigsten Orte des christlichen Glaubens auf unserem Programm.

Wir kamen zur Golgota, der Kreuzigungsstätte Jesu und gleichzeitig zum heiligen Grab. Diese beiden Orte sind innerhalb einer christlichen Kirche verbunden. Die Hektik und die aufregende Atmospäre macht es nicht leicht diese Orte zu erschließen. Wichtig war am heutigen Tag den Ort der Kreuzigung zu sehen und an diesem Ort in sich selbst zu kehren und sich des Ortes bewusst zu werden.

Die, nach unserer Auffassung unangebrachte, Unruhe an diesem wichtigen Ort überraschte. So besuchten am heutigen Tag nur wenige im Anschluss noch das heilige Grab.

Ein sehr anstrengender Tag liegt hinter uns und nachdem wir die Altstadt verlassen haben, führte uns unsere Reise wieder hinauf zum Ölberg in das Gasthaus der Bethaniem Schwestern, welches für die nächsten vier Tage unser Domizil sein wird.

Heute wird uns allen bewusst wie schwierig es ist, neben unserem musikalischen Hintergrund auch die historischen, geschichtlichen und religiösen Hintergründe zu erfassen und zu verarbeiten.

Und gerade deswegen freuen wir uns morgen auf die weitere Erschließung der Stadt Jerusalem unter anderem durch unseren Besuch auf dem Tempelberg.

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