29.10.11 Betlehem

Nachdem uns der Ruf des Muezin aufgeweckt hat, begannen wir unseren Tag mit einem reichhaltigen Frühstück. Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg zu den Geburtskirchen Jesu. Es gibt zwei Geburtskirchen, eine christliche-orthodoxe und eine römisch-katholische, die an unser Hotel Casa Nova grenzen.

Unterhalb der christlich-orthodoxen Kirche befindet sich die Geburtsgrotte Jesu. Um uns alle auf den Besuch zu dem für uns und für die ganze Welt wichtigsten Ort einzustimmen, versammelten wir uns zuvor auf dem Nativity Square und Herrn Pfarrer Becker erläuterte uns auf seine einmalige Art die geschichtlichen Hintergründe und Zusammenhänge des so wichtigen Ortes.

Im Vergleich zu den anderen Kirchen sucht man an diesem so weltprägenden Ort vergeblich nach einem großen Eingangsportal. Nur ein schmaler und sehr niedriger Eingang führt in die Kirche hinein. Aber genau dies macht sehr viel Sinn.

Jeder Mensch muss sich vor Gott verneigen, egal ob einfacher Arbeiter oder Präsident der vereinigten Staaten, jeder muss sich vor Gott klein machen, um diesen heiligen Ort zu betreten.

In der Geburtskirche angekommen, mussten wir ca. eine Stunde warten bis wir die Geburtsgrotte betreten konnten. Während dieser Zeit erklärte uns Herr Pfarrer Becker warum es sich um eine Grotte und nicht um einen Stall, so wie wir uns diesen vorstellen, handelt. Die Stelle für die Tiere war früher zur Zeit der Geburt Jesu in den Fels gehauen und war ein Teil des Wohnraumes.

In so einem Stall kam Jesu zur Welt.

Andächtig betraten wir die Geburtsgrotte und jeder bekam die Gelegenheit den Ort an dem Jesu geboren wurde, gekennzeichnet durch einen silbernen Stern, zu berühren und kurz inne zu halten.

Als Höhepunkt sang uns Herr Pfarrer Becker das Weihnachts-Evangelium vor und im Anschluss sangen wir alle gemeinsam "Stille Nacht".

Ein von Herr Becker gehaltener Gottesdienst in der römisch-katholischen Geburtskirche, der vom Musikverein musikalisch umrahmt wurde, rundete den gelungen Vormittag ab.

Nach dem Mittagessen hatten wir ca. eineinhalb Stunden Zeit um die Altstadt von Bethlehem zu erkunden. Einige nutzten diese Zeit um sich ein neues Styling zu verpassen. Um 15.00 Uhr ging es in Richtung Caritas Baby Hospital, in welchem wir eine kurze Führung hatten. Das caritas Baby Hospital ist das einzige Kinedrkrankenhaus in ganz Palästina und wird ausschließlich durch Spendengelder finanziert.

Weiter ging es zu einer Olivenholzschnitzerei. Hier waren vor allem die Frauen voll in ihrem Element und füllten die Einkaufskörbe mit Souvenirs.

Der Abend stand ganz im Zeichen des Benefizkonzerts. Die Aufregung war sehr groß, weil keiner wusste was uns erwartet. Punkt 20.00 Uhr begrüßte der Präsident der Bethlem Kinderhilfe Pfarrer Michael Schweiger und die Chefärztin des Caritas Baby Hospitals Frau Dr. Hiyan die 168 Konzertbesucher. Seitens des Musikvereins begrüßte unser erster Vorsitzender Sven Hagenunger in englischer Sprache die Gäste. Die Begrüßung und die treffenden Worte seiner Moderation wurden von einer Dolmetscherin in die Landessprache übersetzt. Das Konzert wurde sehr gut angenommen und nach nicht abreißendem Applaus wurden zwei weitere Stücke zum Besten gegeben. Im Anschluss überreichte die Schwester Oberin unserem Dirigenten Manfred Mamier einen Blumenstrauß und allen Musikern ein kleines Andenken. In den folgenden persönlichen Gesprächen wurde deutlich, wie sehr sich alle über unser Kommen gefreut haben.

Im Tent-Restaurant ließen wir den Abend dann bei gutem Essen und mit typischen MV-Wyhl Musikeinlagen ausklingen.

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